Klimaanpassungsnetzwerk fuer die Modellregion Nordhessen

KLIMZUG-Nordhessen

Arbeitsgruppe „Kommunikation und Bildung“

Impulsreferat: Katharina Seewald (Leiterin Volkshochschule Region Kassel)

Moderation: Daniela Rieß (synovativ)

 

Impulsreferat

Das Impulsreferat mit dem Titel „Umweltfragen sind Zukunftsfragen – diese Binsenweisheit ist in aller Munde“ konzentriert sich auf die Fragestellung, wie es erreicht werden kann, die Erkenntnisse aus den Forschungsprojekten zur Anpassung an den Klimawandel in Nordhessen wirkungsvoll im Bereich Bildung und Kommunikation zu verankern. Impuls für die Diskussion der Arbeitsgruppe sind folgende Thesen und Fragen:

  • Für ein zukunftsfähiges Gestalten des Klimawandels in Nordhessen bedarf es informierter und engagierter Politikerinnen und Politiker, Verwaltungsmitarbeiter, Bürgerinnen und Bürger – wie können diese erreicht werden?
  • Ein breiter Informations- und Diskussionsprozess in Politik und Verwaltung ist nötig, um ein bürgerschaftliches Engagement zu initiieren und da wo es existiert zu unterstützen – wie können möglichst viele regionale Akteure an einen Tisch gelangen?
  • Notwendig ist eine dezentrale Bearbeitung und Vermittlung in den Gebietskörperschaften und in den Firmen: Klimaanpassungsbeauftrage und Klimamanager als Möglichkeit – wie kann deren Arbeit aussehen?
  • Lebensbegleitende Bildung ist erforderlich – welche Institutionen stehen zur Verfügung und wie können sie genutzt und unterstützt werden?
  • Eine gut vernetzte, gut eingebundene und politisch akzeptierte Vermittlungseinheit wird benötigt.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE

Herausforderungen

Eine der wesentlichen Herausforderungen ist die zielgruppengerechte Vermittlung des Themas „Klima“ bzw. „Klimaanpassung“ oder auch „Klimaschutz“. Die wesentlichen Fragen, die sich dazu stellen sind:

  • Wie können unterschiedliche Bildungsträger, Vermittlungsinstanzen usw. eine zielgerechte Ansprache von Menschen erreichen?
  • Wie kann ein fundiertes Wissen über die Auswirkungen von Klimaveränderungen wie auch der Chancen der Entwicklung von Anpassungsstrategien (Klimaschutzmaßnahmen) an die Bevölkerung vermittelt werden?
  • Wie kann also Handeln unter diesen Voraussetzungen angeregt werden. Zum Handeln anzuregen ist die hauptsächliche Intention von Bildungsstrategien im Bereich Klima.

Ein weiteres Entwicklungsfeld ist die Bereitstellung geeigneter Multiplikatoren zur Vermittlung klimabezogener Themen- und Handlungsfelder. So müssen vor allem – auch durch Projektarbeit – Trendsetter gefunden werden, die das Thema auf erfrischende Weise in die Gesellschaft tragen.

Zu beachten sind dabei die Unterschiede städtischer und ländlicher Lebens-, Kommunikations-, Wahrnehmungs- und Vermittlungsstrukturen. Dies stellt weitere Fragen an zielgruppengerechte Vermittlung. Grundlegend ist die Herausforderung, die sich aus dem Verhältnis zwischen lokaler Aktion und globaler Betroffenheit ergibt. Dabei bietet es sich an, die vorhandenen Strukturen in Nordhessen zu nutzen, wie z.B. den Hessencampus Kassel.

Chancen und Risiken

Eine Orientierung an den Personen der jeweiligen Zielgruppe kann DIE Chance sein, Betroffenheit und damit Eigeninteresse anzuregen und Unmittelbarkeit herzustellen. So kann Aktivität geweckt werden. Eine Möglichkeit ist das Aufzeigen von Lokalbezügen bzw. die Planung und Durchführung lokaler Aktivitäten. Besonderes Potential wird in Positivbeispielen (Best Practice) gesehen.

Das Etablieren von Handlungsstrategien bedeutet auch, die Themen „Klimawandel“, „Klimaanpassung“ und „Klimaschutz“ in die jeweiligen Bildungseinrichtungen (Schule, Universität, andere Träger) zu transferieren. Wesentlich sind hierbei kompetente Schlüsselpersonen als Vermittler.

Weiteres Vorgehen

Hauptsächliche Strategie sollte die Entwicklung und Durchführung innovativer und neuer Vermittlungsformen sein. Bildungsarbeit im weitesten Sinn, quer durch die Bildungslandschaft, ist dabei als Grundlage eines zielgerechten Handelns zu verstehen. Beispielhaft zu nennen sind:

  • Klimathematik in die Schulen bringen und in die Lehrpläne einbinden
  • Entwicklung neuer didaktischer Formate, die Betroffenheit bzw. Emotionsgebundenheit erzeugen
  • Multiplikation in unterschiedliche Felder und an unterschiedliche Zielgruppen
  • Best Practice Beispiele streuen – Modellcharakter erzeugt Lern- und Transfereffekte