Klimaanpassungsnetzwerk fuer die Modellregion Nordhessen

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KLIMAWANDEL: Chancen nutzen – negative Auswirkungen vermeiden

Die langjährige Kooperation zwischen dem Waldviertel in Österreich und KLIMZUG-Nordhessen wird nun auch in der beschlossenen österreichischen Anpassungsstrategie aufgeführt.

Energiepflanzenanbau für Biogasanlagen in Zeiten des Klimawandels

Im Schwalm-Eder-Kreis wurde die Demonstrationsanlage für den Anbau von Energiepflanzen angelegt. Neben Mais werden dort verschiedene Kulturen und Anbauverfahren als alternative Energiepflanzen vorgestellt und getestet.

Der Fachöffentlichkeit wurde die Anlage das erste Mal am 26. Juni 2012 im Rahmen der Veranstaltung „Energiepflanzenanbau für Biogasanlagen – in Zeiten des Klimawandels“ präsentiert. Frau Elke Schelle, Abteilungsleiterin "Beratung" des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen, Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und der Erste Beigeordnete des Schwalm-Eder-Kreises Winfried Becker unterstrichen in ihren Grußworten die Relevanz des angepassten Energiepflanzenanbaus. Gerade in Zeiten der Energiewende und hinsichtlich der Folgen des Klimawandels müssen ökologisch nachhaltige und für Landwirte rentable Anbausysteme für Energiepflanzen in den Fokus rücken. Zudem wurde der hohe Wert der fruchtbaren Kooperation zwischen regionalen Akteuren und Vertretern der Universität Kassel hervorgehoben. Diese war durch KLIMZUG-Nordhessen initiiert worden. Die Demonstrationsfläche auf den Flächen des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen im Homberger Ortsteil Mardorf im Schwalm-Eder-Kreis ist das Ergebnis dieser Kooperation.


Der Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen hat in den letzten Jahren stark und beständig zugenommen. Für viele Landwirte ist ein neuer Betriebszweig entstanden. Dazu wird derzeit vor allem Silomais angebaut, der sich als „die Biogaspflanze“ etabliert hat. Diese Fixierung auf Mais wird zunehmend kritisch betrachtet. Dabei spielen ökologische Aspekte, wie die Anfälligkeit für Bodenerosion und Nährstoffauswaschung, eine bedeutsame Rolle. Hinzu kommt die Dimension des Klimawandels, der sich voraussichtlich in einer Zunahme von Wetterextremen wie Starkregen, Hagel, Spätfrösten und vermehrten Trockenperioden äußern wird. Solche Ereignisse haben sich in den vergangenen Jahren negativ auf die Ernte ausgewirkt. Zudem kann der zunehmende Maisanbau  durch den Klimawandel bereits heute bestehende Belastungen von Wasser und Boden verstärken.

Ziel der Demonstrationsanlagen ist es, Landwirten Varianten für den Energiepflanzenanbau vorzustellen, die robuster sind als herkömmliche Anbausysteme.Das Demonstrationsvorhaben wurde von den Abteilungen Landwirtschaft, Wasser- und Bodenschutz sowie der Unteren Naturschutzbehörde des Schwalm-Eder-Kreises in Kooperation mit dem Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Universität Kassel sowie dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen entwickelt. Anlage und Unterhalt der Fläche werden durch den Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises, die Naturlandstiftung des Schwalm-Eder-Kreises sowie die Biogas Homberg (Efze) GmbH & Co. KG und den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) gefördert.


Text: Volker Schmidt, Christian Henschke
Fotos: André Molnár