Klimaanpassungsnetzwerk fuer die Modellregion Nordhessen

KLIMZUG-Nordhessen

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Klimaanpassung in nordhessischen Wäldern

Waldbauliche Entscheidungshilfen, erarbeitet im Teilprojekt R3 von KLIMZUG-Nordhessen, wurden Praktikern in Rahmen des Bildungsprogramms von Hessen Forst vorgestellt und ausführlich diskutiert.

Das Projekt R3 „Analyse der Wirkungen und Ableitung von Anpassungsstrategien für die Forstwirtschaft am Beispiel der Wälder im Einzugsgebiet der Fulda (AnFor)“ ist eines von 27 Teilprojekten von KLIMZUG-Nordhessen. Ziel des Teilprojektes der Nordwestdeutschen-Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) ist die Erarbeitung waldbaulicher Entscheidungshilfen unter sich wandelnden Klimabedingungen für nordhessische Waldgebiete. Ein Fokus liegt dabei auf der Beurteilung des künftigen Trockenstressrisikos für Waldbestände unter Berücksichtigung waldbaulicher Anpassungsmaßnahmen und der Klimaentwicklung.

Die Projektbearbeitung war darauf ausgerichtet, der großen ökosystemaren Vielfalt der Wälder Nordhessens gerecht zu werden. Bei der Wasserhaushaltsmodellierung mit dem Wasserhaushaltsmodell WaSiM/ETH wurde einem stichprobenbasierten Ansatz mit großem Informationsgehalt und hoher Dichte und Qualität punktbezogen erhobener Messdaten der Vorrang gegenüber einem flächenhaften Ansatz gegeben.

Wichtige Grundlagen für die Erarbeitung von Anpassungsstrategien für forstwirtschaftliches Handeln unter sich änderndem Klima sind sowohl Kenntnisse über Art und Ausmaß des Klimawandels auf regionaler Ebene als auch die Beurteilung von Baumarten hinsichtlich ihrer Trockenstressanfälligkeit. Die Ableitung von Handlungsempfehlungen baut auf dem aktuellen Stand der Forschung auf und berücksichtigt ausdrücklich die derzeit bekannten Unsicherheiten bezüglich der Klimaänderungen.

Das Auftreten von Trockenstress in Wäldern ist von verschiedenen Faktoren abhängig, zu denen u.a. Bodeneigenschaften wie Wasserspeichervermögen, Bestandeseigenschaften (Baumart, Alter, Bestockungsdichte), Höhenlage (Beeinflussung von Niederschlagsmenge, Temperatur und Wind) sowie Exposition gehören.

Bereits in der Vergangenheit kam es auf den untersuchten Waldstandorten in extremen Trockenjahren wie z.B. 1976 oder 2003 zu Trockenstress. Die Klimaprojektionen zeigen, dass zukünftig verstärkt mit solchen Situationen gerechnet werden muss. Die Folgen erhöhten Trockenstresses reichen je nach Intensität der Trockenperiode und Empfindlichkeit der Baumart von Wachstumseinschränkungen über Vitalitätsbeeinträchtigungen, Anfälligkeit gegenüber biotischen und abiotischen Schädigungen bis hin zu erhöhter Mortalität. Dieser Entwicklung muss waldbaulich durch eine Stabilisierung der vorhandenen Wälder, der Senkung bzw. Verteilung von Risiken sowie durch standortsgemäßen Waldumbau begegnet werden.

Für die Umsetzung der im Verbundprojekt KLIMZUG-Nordhessen gewonnenen Erkenntnisse war es von entscheidender Bedeutung möglichst viele in der Praxis arbeitende Förster zu erreichen, über die Projektergebnisse zu informieren und mit ihnen zu diskutieren. So wurden im Rahmen des Bildungsprogramms von Hessen-Forst drei Seminare durchgeführt, in denen ausführlich über das Projekt, die Inhalte, Methoden und Ergebnisse in Bezug auf wirksame Strategien zur forstlichen Anpassung an den Klimawandel berichtet wurde. Diese Veranstaltungen dienten vorrangig der Information und Vermittlung von praxistauglichen Anpassungsmaßnahmen. Die Anzahl der Teilnehmenden übertraf die Erwartungen bei weitem. Mehr als 70 Interessierte aus Hessischen Forstämtern, Mitarbeiter der Landesbetriebsleitung von HessenForst, dem Servicezentrum für Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA), des Regierungspräsidiums Kassel und anderer Teilprojekte von KLIMZUG-Nordhessen nahmen teil. Die Projektergebnisse wurden mit Interesse aufgenommen und lebhaft diskutiert. Die Veranstaltungen boten den Teilnehmern zudem die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Missstände aufzuzeigen und regional übergreifende Gemeinsamkeiten vor allem in der Schwierigkeit der Umsetzung zu formulieren.

Durch die Anwesenheit von Mitarbeitern der Landesbetriebsleitung und Forstverwaltung konnten somit auch Fragen und Probleme aus der Praxis in die Forstplanung und -verwaltung transportiert werden. Insgesamt erhielten die Veranstaltungen ein sehr positives Echo. Aufgrund des großen Interesses wurden die Vorträge den Seminarteilnehmern über die Homepage der NW FVA zur Verfügung gestellt.

 

 

Text: Caroline Fiebiger
Bilder: NW-FVA