Klimaanpassungsnetzwerk fuer die Modellregion Nordhessen

KLIMZUG-Nordhessen

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Gezielte Prävention von Hitze bedingten Gesundheitsschäden bei alten Menschen in der Kommune (PräKom) (U7)

Projektbeschreibung

Quelle: aboutpixel.de / © Don Espresso

Insbesondere für alte und hochbetagte Menschen, chronisch Kranke und Kinder sind mit der Zunahme von Hitzewellen zum Teil erhebliche gesundheitliche Risiken verbunden. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge verstarben im Hitzesommer 2003 alleine in Westeuropa rund 35.000 Menschen an den Folgen der extremen Hitze. Wissenschaftliche Schätzungen gehen für Deutschland von 7.000 Hitzetoten aus. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl derjenigen, die aufgrund der Hitze vorübergehend erkrankten, weit höher liegt.

 

Im Projekt PräKom werden Strategien, Instrumente und Maßnahmen entwickelt und erprobt, die geeignet sind, ältere und hochaltrige Menschen in ihrem häuslichen Wohnumfeld vor Hitzefolgekrankheiten zu schützen. Neben der Entwicklung eines eigenen aufsuchenden Beratungsangebotes, wird im Projekt - exemplarisch im Stadtteil West und der Gemeinde Lohfelden - je ein Sozialraum bezogenes, interdisziplinäres Netzwerk zur Prävention von Hitzerisiken aufgebaut und evaluiert, dem neben dem Gesundheitsamt, Ärzten und Pflegeexperten, auch Vertreter der kommunalen Altenarbeit, der Orts- und Seniorenbeiräte, der Kirchen und der Zivilgesellschaft angehören.

 

Flankierend hierzu werden mit wichtigen Akteuren Handlungsempfehlungen für ein systematisches Vorgehen im Bedarfsfall erarbeitet, die Gegenstand regelmäßiger Schulung von Professionellen und Laien werden sollen. Zur Einschätzung des individuellen Erkrankungsrisikos bei extremer Hitze wird ein Instrument zur Erfassung hitzeassoziierter Gesundheitsrisiken gemeinsam mit der Hochschule Fulda (siehe "Gesundheits- prävention") entwickelt und erprobt. Zudem wird die Machbarkeit eins Hitze-Monitoring-Systems für die Stadt Kassel geprüft.

Schnittstellen

Das Gesundheitsamt arbeitet im Klimzug-Nordhessen-Verbund insbesondere mit Gesundheits- und Pflegewissenschaftlicherinnen der Hochschule Fulda (siehe hierzu "Gesundheitsprävention"), dem Institut Berufliche Bildung (siehe auch "Qualifizierung") sowie dem Institut Umweltmetereologie der Universität Kassel (siehe "Regionalklimatologie") zusammen. Darüber hinaus führen das Gesundheitsamt gemeinsam mit der "Klimaanpassungsakademie" in regelmäßigen Abständen Workshops und Veranstalt- ungen durch. Die "Klimaanpassungsbeauftragte" von Stadt und Landkreis Kassel unterstützt das Projekt im Rahmen der Vernetzung und des Transfers.

Umsetzung und Partner

Das Gesundheitsamt arbeitet im Projekt PräKom sehr eng mit unterschiedlichen Akteuren aus Stadt und Landkreis zusammen:

Präventionnetz Gemeinde Lohfelden
  • Hr. Reuter, Bürgermeister
  • Hr. Steffek, stell. Bürgermeister
  • Seniorenbeauftragte
  • Seniorenbeirat Gemeinde Lohfelden
  • Beratungsstelle für Ältere, DRK Kaufungen
  • Zweckverband Sozialstation Kaufungen, Lohfelden, Nieste
  • GAP Grubschat Ambulante Pflege
  • ASB Mehrgenerationenhaus
Präventionsnetzwerk Vorderer Westen
  • Ortsbeirat Kassel-West
  • Vereinigte Wohnstätten von 1889 eG
  • Nachbarschaftshilfetreff Hand in Hand e.V. West
  • Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Kassel-West
  • Friedenskirche Kassel-West
  • Diakoniestationen der Evangelischen Kirche Kassel
  • Kurhessisches Diakonissenmutterhaus Kassel
  • Hausärztliche Praxis Dr. Popert
  • Kassel-West e.V.
Bildungspartner
  • Klimaanpassungsakademie (KAA)
  • DeutscheAngestelltenAkademie (DAA)
  • BTQ Kassel – ver.di Bildungswerk Hessen e.V.

Projektbeirat

  • Seniorenbeirat der Stadt Kassel
  • Seniorenbeirat des Landkreises Kassel
  • Seniorenarbeitskreis der Stadt Baunatal
  • Kasseler Selbsthilfe

Publikationen

  • Heckenhahn M, Müller K (2011) Kommunale Strategien der primären Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden. Schwerpunktheft Klimawandel, Zeitschrift Prävention und Gesundheitsförderung. New York: Springer (eingereicht)
  • Gussmann V, Heckenhahn M (2011) Anforderungen an Pflegende bei Hitzewellen. Lehrbuch Altenpflege. 3. Aufl. Stuttgart, New York: Thieme (eingereicht)
  • Heckenhahn M, Grewe HA, Müller K (2010) Prevention of heat-related risks of the elderly in urban settings. Newsletter WHO Collaborating Centre for Housing and Health, Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg No.7, July 10
  • Heckenhahn M, Grewe A (2010) Heat-Prevention Network: A strategy to prevent heat-related morbidity and mortality of the elderly in urban settings. 20th IUHPE World Conference on Health Promotion, 11-15 July 2010, Geneva, Switzerland.
  • Blättner B, Heckenhahn M, Georgy S, Grewe HA, Kupski S (2010): Wohngebiete mit hitzeabhängigen Risiken ermitteln. Soziodemografisches und klimatisches Mapping in Stadt und Landkreis zur Vorbereitung von Präventionsmaßnahmen gegen Hitzemorbidität. Bundesgesundheitsblatt 53:75-81
  • Grewe HA, Heckenhahn M, Blättner B, Müller K (2010): Prävention klimabedingter Gesundheitsrisiken in der Kommune. Das Gesundheitswesen 72:466-471
  • Heckenhahn M (2009): Hitzeassoziierte Gesundheitsrisiken im höheren Lebensalter – Prävention in der Kommune. Ein Thema für den niedergelassenen Arzt? Hessisches Ärzteblatt 70 (7):480-483

Kontakt

Dr. Karin Müller (Email) (Projektleitung) Tel.: 0561-1003 1900

Dipl. Pflegew Markus Heckenhahn, M.Sc. (Email) (Ansprechpartner) Tel.: 0561-1003 1982

Dr. Markus Schimmelpfennig (Email), Tel.: 0561-1003 1962

 

Weitere Informationen: Gesundheitsamt Region Kassel, Wilhelmshöher Allee 19-21, 34117 Kassel