Klimaanpassungsnetzwerk fuer die Modellregion Nordhessen

KLIMZUG-Nordhessen

Prävention klimabedingter Gesundheitsrisiken (T2)

Die nordhessische Bevölkerungsstruktur wird sich prognostisch gesehen verändern: Die Bevölkerungsdichte nimmt ab, der Anteil älterer und alter Menschen steigt, die Zahl von Einzelhaushalten wächst. Im Zuge des Klimawandels ist in Nordhessen einerseits mit einer Zunahme von Unwetterlagen, andererseits mit häufigeren Hitzeperioden ohne nächtliche Abkühlung (sog. Tropennächte) zu rechnen. Ältere und alte Menschen sind besonders anfällig gegenüber Gesundheitsrisiken, die mit Hitzeperioden verbunden sind. Allein lebende ältere Menschen sind teilweise auf ambulante pflegerische Versorgung angewiesen, die bei Unwetterereignissen nur schwierig zu sichern ist. Deshalb sind alte und ältere Menschen besonders von den gesundheitsrelevanten Folgen der klimatischen Veränderungen betroffen.

Im Zentrum dieses Teilprojektes stehen daher die Erforschung und Verbesserung von Strategien zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsrisiken bei alten Menschen sowie die Sicherstellung der Versorgung Pflegebedürftiger bei Unwetterlagen. Dies erfordert eine umfassende Datenerhebung und -auswertung, um besonders gefährdete Gruppen im städtischen und ländlichen Raum zu identifizieren und Versorgungslücken bei Extremwetterereignissen aufzudecken.

Das Projektteam am Fachbereich Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda begleitet und evaluiert die Entwicklung einer aufsuchenden Präventionsstruktur nicht pflegebedürftiger älterer Menschen durch das Gesundheitsamt Region Kassel, entwickelt Instrumente zur Früherkennung thermischer Einflüsse auf mental beeinträchtigte alte Menschen in der stationären Pflege und erarbeitet ein regionales Konzept zur laufenden Erfassung und Auswertung von Daten zu hitzebedingten Gesundheitsschäden. Im Bedarfsfall können dadurch gesundheitlich verletzliche Personengruppen zuverlässig erreicht werden. Daneben werden Lösungen zur Aufrechterhaltung pflegerischer Versorgung bei gefährdenden Wetterlagen entwickelt und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit überprüft.

Die gewonnenen Erkenntnisse über geeignete Maßnahmen zur strukturellen und inhaltlichen Anpassung der ge-sundheitlichen Versorgung an den Klimawandel werden schließlich in Lehr- und Lernmodule der verschiedenen Bildungsangebote im Bereich Pflege und Gesundheit aufgenommen.

Umsetzung

Die Ergebnisse werden vorrangig in den Praxisprojekten "Gesundheitsschutz (U7)" und "Cluster Gesundheit (U9)" umgesetzt. Daraus resultierende Ergebnisse werden - vermittelt über die Klimaanpassungsbeauftragten (KAB) - mit den regional Verantwortlichen (Gesundheitsbehörden, Stadt und Landkreise, Leistungsträger und Leistungserbringer) sowie auf Landesebene (Sozialministerium) diskutiert und in nachhaltige Anpassungsstrategien der gesundheitlichen Versorgung eingebracht.

Auch ein Transfer der aus diesen Teilvorhaben gewonnenen Erkenntnisse auf andere Kreise und andere Regionen ist vorgesehen. Aufgrund der Ähnlichkeiten des deutschen und des österreichischen Gesundheitssystems und der professionellen Rollen der Pflegeberufe findet ein binationaler Austausch mit der österreichischen Region Waldviertel statt.

Schnittstellen

Die Untersuchung und Umsetzung von Strategien und Instrumenten zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsrisiken von alten Menschen erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Projekt "Gesundheitsschutz (U7)". Die Umsetzung der ermittelten Anpassungsstrategien der ambulanten Pflege an Unwetterereignisse findet im Rahmen des Projektes "Cluster Gesundheit (U9)" statt. Hinsichtlich der Entwicklung von Instrumenten zur Erfassung von Behaglichkeit und mentaler Leistungsfähigkeit in Pflegeheimen besteht eine Kooperation mit dem Projekt "Raumklima (E2)". Aus den Ergebnissen der hier dargestellten Teilvorhaben werden gemeinsam mit dem Projekt "Qualifizierung (T3)" Erfordernisse für die Pflegeausbildung und für andere gesundheitsrelevante Bildungsangebote abgeleitet. Darüber hinaus ergeben sich Schnittstellen mit den Projekten "Regionalklimatologie (S2)", "Wahrnehmung (G3)" und "Rechtsfragen (G1)".

Kontakt

Prof. Dr. med. Henny Annette Grewe (Email), Projektleitung, Tel.: 0661/9640-625

Prof. Dr. phil. Beate Blättner (Email), Projektleitung, Tel.: 0661/9640-603

Sascha Georgy (Email), Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Tel.: 0661/9640-618

Diana Pfaffenberger (Email), Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Tel.: 0661/9640-607

Dagmar Trippel (Email), Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Tel.: 0661/9640-617

Fachbereich Pflege und Gesundheit, Hochschule Fulda